Arbeitskreis
Schwul-lesbische Geschichte
Dortmund

"Widernatürliche Unzucht"
Verfolgung schwuler Männer in Dortmund

Einführung

1933 wird in Dortmund die homosexuelle Subkultur zerschlagen. Zimmerwirtinnen und Nachbarn denunzieren auffällige Untermieter. Wer zum Beispiel in öffentlichen Toiletten Kontakt zu Männern sucht, setzt sich polizeilicher Verfolgung aus. Zunächst ermittelt die Kriminalpolizei, spätestens Ende 1937 schaltet sich auch das Referat zur Bekämpfung der Homosexuellen bei der Dortmunder Gestapo ein.

Bisher sind etwa 50 Männer namentlich bekannt, die während der NS-Zeit in Dortmund wegen Vergehens gegen § 175 StGB angeklagt worden sind. Dabei wird es sich nur um einen Teil der tatsächlich stattgefundenen Prozesse handeln. An den dokumentierten Gerichtsverfahren sind oft Minderjährige unter 21 Jahren beteiligt. Erwachsenen Männern fällt es vermutlich leichter, ihre Kontakte zu verbergen. Doch unter Druck gesetzt oder gar gefoltert, sehen auch sie sich zu Aussagen gezwungen, die Dritte belasten. Nicht wenige Männer versuchen dem Druck durch Selbsttötung zu entgehen.

Ungleich größere Gefahr droht vielen Verurteilten nach der Entlassung aus Gefängnis oder Zuchthaus. Sie werden nach verbüßter Haft in »polizeiliche Vorbeugehaft« genommen und in ein KZ überführt.

Zahlreiche Männer aus Dortmund, die die NS-Zeit überlebt haben, werden nach 1945 wiederum wegen Vergehen nach § 175 verurteilt. Oft stehen sie denselben Richtern und Staatsanwälten gegenüber wie in der NS-Zeit.

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Schwule Szene vor dem Aus
Gast- und Schankwirtschaft "Zum Kyffhäuser", Dortmund, Kampstraße 73. Die Werbepostkarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigt das spätere "Restaurant Germania", den Treffpunkt des homosexuellen Freundschafts- bundes "Harmonie" in den 1920er/1930er Jahren. Außerhalb Berlins gibt es in dieser Zeit kaum Kneipen, die ausschließlich von Schwulen und Lesben besucht werden.

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Nach der Haft ins KZ
Am 18. Oktober 1942 informiert der Westhofener Amtsbürgermeister die Hagener Staatsanwaltschaft über den weiteren Verbleib des Karl L. nach seiner Haftentlassung. Nach einem halben Jahr im KZ stirbt Karl L.

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Keine Gnade "aus grundsätzlichen Erwägungen"
In der NS-Zeit werden Gnadengesuche fast durchweg abgelehnt.

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