Arbeitskreis
Schwul-lesbische Geschichte
Dortmund

"Widernatürliche Unzucht" - Verfolgung schwuler Männer in Dortmund

Fall 3
»Ich sterbe gern als Opfer des Nationalsozialismus …« - Alex Damm

Der Steuerberater Alex Damm sieht keinen anderen Ausweg als den Freitod, nachdem sein Nachbar ihn als homosexuell denunziert hat. Am 20. August 1936 wird er tot aus der Ruhr gezogen.

 

Der Rentner Hugo G. ist Zimmernachbar von Alex Damm. Schon länger hat er zahlreichen Herrenbesuch beobachtet, doch als er den Hitlerjungen Walter D. in Begleitung Damms sieht, erstattet er Anzeige,»weil ich mich als Staatsbürger dazu verpflichtet fühle, zumal ich den Beschuldigten vorher gewarnt habe«. Auch Damms Nachbarin Martha K. gibt am 9. August bei der Polizei zu Protokoll, Damm, der früher Pater gewesen sei, habe häufig Herrenbesuche gehabt.

 

Die Polizei kommt zu dem Schluss, der bereits vorbestrafte 49-Jährige habe mit dem 15-Jährigen eine emotional gefärbte, sporadisch intime Beziehung unterhalten. Über Walter gelangt sie zu einem Kreis von Homosexuellen.

 

Einer der daran beteiligten Männer hat Walter am Losverkaufsstand des Winterhilfswerks in der Nähe des damaligen Cafes Rohland in der Innenstadt kennen gelernt. Es ist zu wiederholten Intimitäten gekommen, Walter hat auch die beiden anderen Angeklagten besucht, die ihm meist geringfügige Geldbeträge zugesteckt haben.

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Verbeugung vor den Opfern
Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt im März 2006 einen Stolperstein zur Erinnerung an Alex Damm vor dem ehemaligen Haus Burgwall 27 in der Dortmunder Innenstadt

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"… soll mir kein Urteil über meine Veranlagung sprechen"
Alex Damm entzieht sich der drohenden Verhaftung durch Selbsttötung. Abschrift des Abschiedsbriefes vom August 1936.

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"… als Wasserleiche aus der Ruhr gezogen"
Polizeivermerk auf der Rückseite des Abschiedsbriefes, 22. August 1936

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