Arbeitskreis
Schwul-lesbische Geschichte
Dortmund

"Widernatürliche Unzucht" - Verfolgung schwuler Männer in Dortmund

Fall 5
"Nicht würdig" für den Deutschen Beamtenbund - Hermann L., Walter Sp., Karl. H. und Paul U.

Am 25. Oktober 1936 wendet sich der 42-jährige Walter Sp. an die Kriminalpolizei, ihm seien in der Wohnung des 30-jährigen Hermann L., wo er übernachtet habe, mehrere Gegenstände und Wertsachen abhanden gekommen. Bei einer Hausdurchsuchung findet die Polizei zwar weder Hermann L. noch die gestohlenen Gegenstände, jedoch "Briefsachen" zwischen Hermann L. und Walter Sp., die auf homosexuellen Verkehr zwischen den beiden schließen lassen.

Hermann L., von Beruf Oberaufseher, ist mehrfach wegen Raub, Diebstahl und Hehlerei vorbestraft. Bei seiner Vernehmung gibt er homosexuelle Handlungen mit Walter Sp. zu, nicht aber mit dem 17-jährigen Arbeiter Karl H. Diesem habe er aber die von Sp. gestohlenen Gegenstände übergeben. Sp. wiederum bestreitet, unsittlich mit L. verkehrt zu haben. Zudem ist der 34-jährige Arbeiter Paul U., der keinen festen Wohnsitz hat, in den Fall verwickelt.

Am 16. Februar 1937 verurteilt die 2. große Strafkammer des Landgerichts Dortmund H. und U. zu 8 bzw. 9 Monaten Gefängnis. Die Verfahren gegen die anderen beiden Angeklagten werden abgetrennt. Hermann L. wird wegen Diebstahls im Rückfall und 3 Vergehen gegen § 175 zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus, Walter Sp. wegen Vergehens gegen § 175 in 2 Fällen zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt.

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Anfrage ans KZ Buchenwald weitergeleitet
Die Kriminalpolizei Weimar teilt der Staatsanwaltschaft Dortmund am 11. August 1939 mit, dass sie ein Ersuchen der Dortmunder Behörde in Sachen Paul U. an den Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald weitergeleitet habe.

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Porträtfoto von Walter Sp., 1936
"Meinem Freunde Hermann zur frdl. Erinnerung von seinem Freunde Walter."

Zum Vergrößern auf das Bild klickenAbb. 10

"… nicht würdig ist, weiterhin Mitglied des Deutschen Beamtenbundes zu sein."
Die NSDAP-Gauleitung Westfalen-Süd leitet ein Ausschlussverfahren gegen Walter Sp. ein.

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