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"Widernatürliche Unzucht" - Verfolgung schwuler Männer in DortmundFall 6
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Nicht wenige schwule Männer werden auf öffentlichen Toiletten auf frischer Tat ertappt. Auch den 36-jährigen Fräser Paul R. aus Iserlohn nimmt die Dortmunder Polizei im November 1937 nachts fest, als er in der Toilette am Ostwall beobachtet wird. Sie wirft ihm vor, "daß er sich durch sein Verhalten dringend verdächtig gemacht habe, Homosexueller zu sein und sich auch als solcher betätige. Nach langem Hin und Her gab er dann zu, mit einem Bäcker Josef H. aus Dortmund [...] homosexuellen Verkehr ausgeübt zu haben." Die Aussage Paul R.s löst eine Reihe weiterer Verhaftungen und Verurteilungen aus. Der 18-jährige Bäckergeselle Josef gibt die Beziehung zu. Die Polizei findet überdies in Paul R.s Wohnung verdächtige Briefe und Fotos von Männern. So gelangt sie an den 24-jährigen Johann D. und den 35-jährigen Hermann S. Über sein Verhältnis zu Hermann S. gibt Paul R. zu Protokoll: "Wenn ich gefragt werde, ob der Mann [...] mit der Vornahme der Unzucht einverstanden war, so muß ich erklären, daß hier alles auf Gegenseitigkeit beruhte. Er wollte es genau so gerne wie ich." |
Ein Jahr Gefängnis wegen widernatürlicher Unzucht |
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