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"Widernatürliche Unzucht" - Verfolgung schwuler Männer in DortmundFall 8
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Im Mai 1938 stellt die Polizei den Lagerarbeiter Martin F. in der Bedürfnisanstalt Ecke Born-/Jägerstraße, nachdem sie ihn zuvor bereits in der Bedürfnisanstalt Kapellenstraße dabei beobachtet hat, "als er sich dort nach Art und Weise, wie dies Homosexuelle zu tun pflegen, aufhielt". Martin F. beschuldigt daraufhin den 29-jährigen Elektriker Ludgerus B., genannt Lutz, mit ihm "Unzucht" getrieben zu haben. B. wird noch in der gleichen Nacht festgenommen. Die Ermittlungen ergeben: Seit 1930 lebt und arbeitet Lutz B. in Dortmund. Er schließt sich in seiner Freizeit der Pfadfindergruppe eines Abstinenzlervereins an und wird bald mit der Leitung einer jüngeren Abteilung betraut. Bei dieser Gelegenheit knüpft er Kontakte zu Jungen. Ebenso in einem Dortmunder Schwimmverein. Weitere Kontaktmöglichkeiten mit Jungen ergeben sich bei Radtouren, die er an Feiertagen z.B. ins Bergische Land oder auch an den Rhein unternimmt. Mehrere der Jungen lernt Lutz B. im Thalia-Kino auf der Rheinischen Straße kennen, andere im Odeon, im Palast und im Ufa. Lutz B. lehnt es ab, sich "freiwillig" entmannen zu lassen. Das Gericht attestiert ihm einen "sehr starken Hang zur gleichgeschlechtlichen Betätigung" und verurteilt ihn zu 3 Jahren Zuchthaus. |
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