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In der Weimarer Republik hatte sich in den Großstädten, darunter auch Dortmund, eine besondere Freizeit- und Begegnungskultur für Schwule entwickelt. Die weit gehende Duldung in der Öffentlichkeit ging einher mit einer liberalen Auslegung einschlägiger Strafbestimmungen.
Nach der Machtübernahme verbot das NS-Regime die Vereine und Verlage, Bücher und Zeitschriften der schwulen Bürgerrechtsbewegungen. Restaurants und Bars wurden geschlossen, Treffpunkte in Parks und öffentlichen Bädern polizeilich observiert.
Zugleich hetzte die NS-Propaganda, Homosexualität gefährde den Fortbestand des Volkes, sie bedeute Vergeudung der "Zeugungskraft" des männlichen Teils der Bevölkerung. NS-Ideologen sahen in der Homosexualität eine Seuche, die grundsätzlich jeden deutschen Mann befallen könnte. Durch Verführung würde sie sich ähnlich einer Epidemie ausbreiten. Jugendliche seien besonders gefährdet; zu ihrer Bekämpfung die härtesten Maßnahmen notwendig.
In den zwölf Jahren der NS-Diktatur verbreiteten Propaganda und Verfolgungspraxis Angst und Schrecken unter den Betroffenen. Schwule Männer, aber auch lesbische Frauen mussten ständig auf der Hut sein, nicht als solche verdächtigt, denunziert und verhaftet zu werden.
Auszug aus der in Dortmund erscheinenden Zeitung "Tremonia" vom 28.2.1933 Auf Grundlage eines Runderlasses des Preußischen Innenministers Hermann Göring sollten auch Gaststätten, "die den Kreisen, die der widernatürlichen Unzucht huldigen, als Verkehrslokale dienen", geschlossen werden.
Abb. 6
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Abb. 3
Anzeige in der Zeitschrift "Die Freundschaft", 1925 In Dortmund trafen sich vor der NS-Diktatur Mitglieder des Freundschafts- bundes "Harmonie" im Klubzimmer des Restaurants Germania in der Kampstraße 73.
Abb. 4
Gast- und Schenkwirtschaft "Zum Kyffhäuser", Dortmund,
Kampstraße 73 Die Werbepostkarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigt das spätere "Restaurant Germania", den Treffpunkt des Freundschaftsbundes "Harmonie". Außerhalb Berlins gab es kaum Kneipen, die ausschließlich von Schwulen und Lesben besucht wurden.
Abb. 5
Anzeige in der Zeitschrift "Das Freundschaftsblatt", 1931 Im Essener Lokal Restaurant Weyh, später Essener Eldorado am Republikplatz (heute Gerlingplatz), fanden Kostümbälle statt und traten Travestiekünstler auf.
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